Der Ottofelsen im Harz – Wanderung zum beeindruckenden Naturdenkmal im Wald ohne Bäume

Tourdaten

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Beschreibung

Der Ottofelsen ist eine der markantesten Granitklippen des Harzes – 36 Meter hoch, seit 1964 Naturdenkmal und über steile Eisenleitern bis auf den Gipfel begehbar. Bis vor wenigen Jahren stand er mitten im dichten Fichtenwald. Heute ragt er weithin sichtbar aus einer offenen, vom Borkenkäfer geprägten Landschaft auf – ein Anblick, der beeindruckt und nachdenklich macht zugleich.

Tourenverlauf

Start: Bahnhof Steinerne Renne (297 m) Vom kostenfreien Parkplatz am Bahnhof geht es über Weg 11E/28G los. Gleich zu Beginn quert man die Gleise der Harzer Schmalspurbahn – wer den Fahrplan kennt, wartet hier ein paar Minuten und bekommt die Brockenbahn aus nächster Nähe zu sehen. Kurz darauf unterquert der Weg die Schienen noch einmal durch einen kleinen Tunnel.

Thumkuhlental – Bergbau und Wasserkunst (ca. km 3) Auf Weg 28G parallel zur Bahnstrecke, dann rechts auf Weg 30E ins Thumkuhlental. Hier wurde bis ins 18. Jahrhundert Kobalt, Kupfer, Blei und Silber abgebaut. Der naturkundlich-geologische Lehrpfad führt an alten Stolleneingängen vorbei, und an der rekonstruierten Wasserkunst mit Wasserrad, Feldgestänge und Pumpenturm steht Stempelkasten 85 der Harzer Wandernadel.

Der Ottofelsen (620 m, ca. km 5,5) Der Weg steigt stetig an, bis der Fels zum ersten Mal ins Blickfeld kommt – früher hätte man ihn hinter Fichten kaum erahnt. Der Felsfuß liegt auf rund 584 m, die 36 Meter hohe Klippe zeigt die für Harzer Granit typische Wollsackverwitterung. Über Eisenleitern, die bereits 1892 eingeweiht und nach 1990 erneuert wurden, geht es hinauf zur Aussichtsplattform auf rund 620 m. Oben: Rundumblick über Hohnekamm, Wernigerode und das nördliche Harzvorland – bei klarer Sicht bis zum Brocken (1.141 m). Der Ottofelsen ist zugleich einer der beliebtesten Kletterfelsen im Harz.

Tipp: Der Abstieg über die Leitern gelingt am sichersten rückwärts, mit dem Gesicht zur Leiter.

Gebohrter Stein und Steinerne Renne (ca. km 6,5–7) Weiter zum Naturdenkmal Gebohrter Stein und hinunter in die Schlucht der Steinernen Renne, in der sich die Holtemme über Jahrtausende in den Granit gegraben hat. Wasserfälle, Strudeltöpfe, Stromschnellen. Direkt an der Schlucht liegt das Gasthaus Steinerne Renne mit Stempelstelle 28 – die einzige Einkehrmöglichkeit auf der Runde.

Renneklippen, Chausseeklippen und zurück (km 8–12,8) Über die Renneklippen mit Blick auf die Trasse der Brockenbahn, weiter über die Chausseeklippen und den Bürgermeisterstieg zum Aussichtspunkt „Fenster nach Wernigerode“. Der Rückweg führt über die Goslarsche Gleie bequem zum Ausgangspunkt zurück.

Gut zu wissen

  • Die Leitern sind optional. Auch ohne Gipfelaufstieg lohnt der Weg – der Fels wirkt von unten fast noch mächtiger. Für kleine Kinder und alle, die nicht schwindelfrei sind, ist der Aufstieg nichts.
  • Wenig Schatten. Durch die Borkenkäfer-Schäden ist die Hochfläche rund um den Ottofelsen weitgehend offen. Sonnenschutz und ausreichend Wasser mitnehmen.
  • Bei Sturm meiden. In Totholzbeständen besteht erhöhte Gefahr durch herabfallende Äste und umstürzende Stämme.
  • Fahrplan checken. Wer die Brockenbahn im Bild haben will, plant die Gleisquerung passend zur Abfahrt – Fahrplan unter hsb-wr.de.
  • Drei Stempel auf einer Runde. HWN 85, 27 und 28 – ideal für Sammler der Harzer Wandernadel.
  • Naturpark, nicht Nationalpark. Der Ottofelsen liegt im Naturpark Harz/Sachsen-Anhalt; die Grenze des Nationalparks Harz verläuft weiter südlich Richtung Hohnekamm.

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Weiterführende Links

Fazit

Diese Rundtour ab dem Bahnhof Steinerne Renne in Wernigerode-Hasserode verbindet den Felsen mit dem alten Bergbaurevier im Thumkuhlental, der wildromantischen Schlucht der Steinernen Renne und mehreren Aussichtspunkten über das Harzvorland. Und immer wieder dampft die historische Brockenbahn durchs Bild.

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