Höhle, Kloster und drei Stempel auf einer Runde
Eine Karsthöhle mit tausendjähriger Geschichte, ein Zisterzienserkloster, die einst steilste Adhäsionsbahn der Welt – und drei Stempel der Harzer Wandernadel: Diese Runde ab Blankenburg packt erstaunlich viel Harz in 18 Kilometer, ohne je schwierig zu werden. Wer sammelt, kommt hier voll auf seine Kosten; wer Geschichte mag, erst recht.
Durch den Klostergrund zum Kloster Michaelstein
Start ist mitten in der Stadt am Rathaus Blankenburg. Über den Eichenberg (416 m) geht es durch dichten Laubwald hinauf zur Schäferlinde – einem rund 350 Jahre alten Naturdenkmal, das einst als Schutzbaum der Schäfer und Hirten diente. Vorbei am Klosterfischer, dessen Forellen noch heute in den seit dem Mittelalter von den Mönchen angelegten Teichen gezüchtet werden, und am Großen Silberteich erreicht man das Kloster Michaelstein. Das ehemalige Zisterzienserkloster – heute Sitz der Musikakademie Sachsen-Anhalt mit Museum, Klostergärten und Klosterkirche – wurde ursprünglich 1146 als Alt-Michaelstein gegründet, und zwar genau dort, wo diese Tour noch hinführt: über dem Volkmarskeller. Am Damm des Großen Silberteichs wartet der erste Stempel (HWN 59, Klostergrund Michaelstein).
Der Aufstieg durch den Klostergrund
Nun folgt das Herzstück: der Klostergrund, ein rund fünf Kilometer langes, wasserreiches Waldtal, das sich von Blankenburg bis zum Eggeröder Brunnen zieht. Der Klostergrundbach begleitet den Weg – er speist die Klosterteiche und entspringt an der Karstquelle des Eggeröder Brunnens (ab der Mönchemühle heißt er Goldbach). Unterwegs erinnert ein schlichtes Denkmal an die acht Bergleute der Eisenerzgrube Volkmar, die am 4. Mai 1893 bei einer Sprengstoffexplosion ums Leben kamen. Auf gut 200 Höhenmetern zieht der Weg gleichmäßig durch dichten Mischwald bergan, vorbei am idyllischen Zusammenfluss von Klostergrundbach und Rippenbach.
Der Volkmarskeller
Oberhalb des Tals liegt auf einer Kalksteinklippe das Ziel der Tour: der Volkmarskeller, eine der geschichtsträchtigsten Karsthöhlen des Harzes. Genutzt seit prähistorischer Zeit, lebte hier um das Jahr 950 der Einsiedler Volkmar, der der Höhle ihren Namen gab. 1146 wurde direkt darüber das Kloster Alt-Michaelstein gegründet – die Ruinen sind bis heute sichtbar. Ausgegraben wurde die Höhle 1884–1887 durch Baurat Brinkmann. Wer ins Innere möchte, sollte eine Taschenlampe dabeihaben. An der Wegkreuzung Richtung Eggeröder Brunnen wartet Stempel Nummer zwei (HWN 87).
Über den Herzogsweg zurück
Am Abzweig Eggeröder Brunnen schwenkt die Route nach Osten auf den Herzogsweg – die Waldsiedlung mit ihrer namensgebenden Karstquelle liegt nur wenige Minuten weiter westlich und lohnt als Abstecher. Der Herzogsweg führt über den bewaldeten Bärenrücken (Naturdenkmal, mit ca. 473 m der höchste Punkt der Tour) zur Otto-Ebert-Brücke. Die Fußgängerbrücke überspannt auf 402 m die Gleise der Rübelandbahn, der einst steilsten Adhäsionsbahn der Welt – und mit etwas Glück dampft tief unten die historische Tenderlok 95 027 „Bergkönigin“ vorbei, die alle paar Wochen auf der Steilstrecke im Einsatz ist. Direkt an der Brücke: Stempel Nummer drei (HWN 79). Kurz darauf erinnert das Albert-Schneider-Denkmal an den Mitbegründer des Harzklubs und Bahndirektor der Halberstadt-Blankenburger Eisenbahn, der den Bau der Rübelandbahn verantwortete. Wer mag, nimmt an der folgenden Kreuzung noch den Abstecher zum Berggasthof Ziegenkopf (406 m) mit Aussichtsturm mit. Beim Abstieg öffnet sich schließlich der Panoramablick auf Blankenburg mit dem barocken Großen Schloss – ein würdiger Schlusspunkt.







































































