Hachelnock, Lahnernock und Schwandnock (1.517 m) – Drei Gipfel über Bad Bleiberg – Rundtour auf dem Erzberg Höhenweg

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Beschreibung

Panorama trifft Ruhe

Manche Touren geben viel zurück, ohne viel zu verlangen. Diese Runde über dem Bleiberger Hochtal gehört dazu: ein einziger konzentrierter Anstieg, danach ein Kammweg, auf dem sich drei Gipfel fast von selbst ergeben – Hachelnock, Lahnernock und Schwandnock. Elf Kilometer, gut 700 Höhenmeter, und auf der ganzen Strecke begegnet man kaum jemandem.

Wo man hier eigentlich unterwegs ist

Bad Bleiberg liegt westlich von Villach in einem Hochtal, das von zwei sehr unterschiedlichen Bergen eingerahmt wird: im Süden der Dobratsch, im Norden der Bleiberger Erzberg. Der Ort selbst ist ein Kurort im Bezirk Villach-Land und liegt genau dazwischen.

Der Erzberg ist der Berg dieser Tour – und er gehört zu den Gailtaler Alpen. Das ist der Punkt, an dem viele stolpern: Weil alle drei Gipfel auf „-nock“ enden, landet die Runde immer wieder fälschlich bei den Nockbergen. Die liegen aber rund fünfzig Kilometer weiter nordöstlich, rund um Bad Kleinkirchheim, und gehören zu den Gurktaler Alpen. Die Gailtaler Alpen dagegen ziehen sich als eigener Kalkzug zwischen Drau und Gail entlang; ihr östliches Ende bildet der Dobratsch. Geologisch sind sie ein Stück des ostalpinen Kalkdeckensystems, das nicht nach Norden weitergeschoben wurde – anders als jene Decken, aus denen die Nördlichen Kalkalpen entstanden. Der Erzberg selbst zieht sich über etwa zehn Kilometer auf der Sonnenseite des Hochtals hin, von Bleiberg-Kreuth und dem Kobesnock im Westen bis Kadutschen und dem Spitzeck im Osten. Unser Abschnitt liegt mittendrin.

Ein Berg, der von innen hohl ist

Der Name ist Programm – und der Aufstieg beginnt passenderweise auf dem Markusstollen-Weg, benannt nach einem der Stollen, die den Berg durchziehen. Im Bleiberger Revier wurde über mehr als 800 Jahre hinweg Bergbau betrieben; rund 1.300 Kilometer Stollen wurden in den Kalk geschlagen, abgebaut wurden vor allem Blei und Zink, daneben Molybdän, Cadmium und Germanium. Am 1. Oktober 1993 war Schluss – nach Jahrhunderten, in denen die Knappen den Berg zu einem Labyrinth aus über 1.200 Stollen und Schächten umgebaut hatten. Geblieben sind zwei Schaubergwerke, Terra Mystica und Terra Montana, und eine Thermalquelle, die 1951 bei einem Wassereinbruch unter Tage entdeckt wurde und dem Ort später das „Bad“ im Namen einbrachte.

Man geht hier also über einen Berg, unter dem ein zweiter liegt. Beim Wandern merkt man davon nichts – aber es erklärt, warum ein so unscheinbarer Rücken einen eigenen Höhenweg hat.

Ausgangspunkt und Anreise

Start ist der Parkplatz am Hotel VIVEA in Bad Bleiberg auf 926 Metern. Bad Bleiberg ist über die Bleiberger Landesstraße L 35 erreichbar; wer mit der Bahn anreist, steigt in Nötsch im Gailtal aus, rund neun Kilometer südlich.

Der Aufstieg

Vom Parkplatz weg führt der Markusstollen-Weg bergauf – der fordernde Teil der Tour. Knapp 500 Höhenmeter am Stück, streckenweise steil, erst durch den Wald, dann über offeneres Gelände. Auf halber Höhe zweigt man Richtung Hachelnock ab und folgt dem Weg 7A bis zum Hachelkreuz, wo sich der Blick zum ersten Mal weit öffnet: hinunter ins Hochtal, hinüber zum Dobratsch.

Technisch verlangt der Anstieg nichts Besonderes, die Wege sind durchgehend markiert. Steil genug ist er trotzdem, dass man ihn in den Waden spürt – die 500 Höhenmeter kommen praktisch ohne Verschnaufer.

Gipfel 1: Hachelnock (1.442 m)

Vom Hachelkreuz geht es auf Weg 288 weiter zum ersten Gipfel. Der Hachelnock ist der westlichste und niedrigste der drei, aber schon hier stimmt das Verhältnis: Nach Süden liegt der Dobratsch im Blick, nach Norden fällt der Hang Richtung Drautal ab. Und ab hier ist die eigentliche Arbeit getan – zwischen den Gipfeln gibt es keine nennenswerten Gegenanstiege mehr.

Gipfel 2: Lahnernock (1.514 m)

Der Übergang auf dem 288 ist der schönste Abschnitt der Runde: ein schmaler Rücken über Windwurf- und Schlagflächen, gesäumt von Baumstümpfen und einzelnen Lärchen, mit Tiefblicken nach beiden Seiten. Der Dobratsch begleitet einen fast durchgehend. Am Lahnernock steht man dann praktisch schon auf Gipfelhöhe – zum höchsten Punkt der Tour fehlen nur noch drei Meter.

Gipfel 3: Schwandnock (1.517 m)

Ein kurzes Stück auf dem Erzberg Höhenweg (288A) führt zum dritten und höchsten Gipfel. Von hier reicht der Blick bei klarer Luft nach Norden über das Drautal hinweg bis zu den Gletschern der Hochalmspitze, die mit 3.360 Metern als „Tauernkönigin“ gilt. Etwas unterhalb des Gipfels liegt ein Rastplatz, der der heiligen Barbara gewidmet ist – der Schutzpatronin der Bergleute, was in diesem Revier alles andere als zufällig ist.

Der Schwandnock ist der Wendepunkt: Man geht das kurze Stück auf dem 288A zurück zur Kreuzung.

Der Abstieg

Ab der Kreuzung folgt man dem Weg 288 talwärts. Er bringt einen auf einer anderen Linie hinunter als der Aufstieg – die Runde ist also eine echte Rundtour. Unten trifft der 288 wieder auf den Markusstollen-Weg, der zurück zum Parkplatz am Hotel VIVEA führt.

Der Abstieg zieht sich über gut vier Kilometer und ist in der oberen Hälfte steil – hier zahlen sich Stöcke aus.

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Fazit

Drei Gipfel für den Preis von einem: Nach dem Aufstieg hält sich die Runde fast durchgehend auf Kammhöhe, die beiden weiteren Gipfel kosten kaum noch Kraft. Technisch ist nichts Schwieriges dabei, gute Wanderschuhe und Stöcke sind für den steilen Anstieg trotzdem zu empfehlen. Der eigentliche Reiz liegt im Verhältnis von Aufwand und Ertrag – und darin, dass man diese Aussicht meistens für sich allein hat.

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